Das Wichtigste in Kürze

  • Moderne Hörgeräte sind häufig gut gegen Feuchtigkeit, Schweiß und einzelne Wasserspritzer geschützt, vollständig wasserdicht sind jedoch nicht alle Modelle.
  • Ob ein Hörgerät Regen, Duschen oder längeren Wasserkontakt verträgt, hängt von der Bauform, der IP Schutzklasse und den Angaben des Herstellers ab.
  • Beim Schwimmen, Duschen sowie in Sauna und Dampfbad sollten Hörgeräte in der Regel herausgenommen werden.
  • Ist ein Hörgerät nass geworden, sollte es vorsichtig getrocknet und bei stärkerem Wasserkontakt von einem Hörakustiker überprüft werden.

Sind Hörgeräte wasserdicht? Was Sie über Wasser, Feuchtigkeit und Hörgeräte wissen sollten

Hörgeräte begleiten viele Menschen den ganzen Tag, vom frühen Morgen bis in den Abend. Sie werden beim Spaziergang, beim Sport, bei der Gartenarbeit und auch bei wechselhaftem Wetter getragen. Dabei stellt sich schnell die Frage: Sind Hörgeräte eigentlich wasserdicht?

Die kurze Antwort lautet: Viele moderne Hörgeräte sind heute gut gegen Feuchtigkeit und den Kontakt mit Wasser geschützt. Vollständig wasserdicht und damit uneingeschränkt für die Nutzung unter Wasser geeignet sind jedoch längst nicht alle Modelle.

Wie widerstandsfähig ein Hörgerät tatsächlich ist, hängt unter anderem vom jeweiligen Modell, der Bauform, der Schutzklasse und den Angaben des Herstellers ab. Ein kurzer Regenschauer ist für viele aktuelle Hörsysteme meist kein großes Problem. Beim Duschen, Schwimmen oder Tauchen gelten jedoch andere Anforderungen. Auch Schweiß, hohe Luftfeuchtigkeit und Kondenswasser können einem Hörgerät auf Dauer zusetzen.

Sind moderne Hörgeräte wasserdicht?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht mit Ja oder Nein beantworten. Moderne Hörgeräte sind deutlich robuster als frühere Generationen. Viele hochwertige Modelle verfügen über abgedichtete Gehäuse, beschichtete elektronische Bauteile und spezielle Konstruktionen, die das Eindringen von Staub, Schweiß und Feuchtigkeit erschweren.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Hörgerät für einen längeren Aufenthalt unter Wasser geeignet ist. Wie viel Kontakt mit Wasser ein Hörsystem verträgt, hängt immer vom jeweiligen Modell und den Angaben des Herstellers ab.

Für viele moderne Hörgeräte gilt: Regen und einzelne Wasserspritzer werden meist gut verkraftet. Auch Schweiß beim Sport und eine hohe Luftfeuchtigkeit stellen in der Regel kein unmittelbares Problem dar. Beim Duschen oder Baden sollten Hörgeräte dagegen normalerweise herausgenommen werden. Das gilt auch für das Schwimmen, sofern das jeweilige Hörsystem nicht ausdrücklich für einen weitergehenden Kontakt mit Wasser ausgelegt ist.

Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf Bezeichnungen wie „wasserfest“ oder „wasserresistent“. Entscheidend ist, welchen Belastungen Ihr konkretes Hörgerät laut Hersteller tatsächlich standhalten kann.

Was bedeutet die IP-Schutzklasse bei Hörgeräten?

Hörgeräte in Gütersloh

Wer sich mit wasserresistenten Hörgeräten beschäftigt, stößt häufig auf Angaben wie IP67 oder IP68. Diese Kennzeichnungen geben Auskunft darüber, wie gut das Gehäuse eines Hörgeräts gegen Staub, andere Fremdkörper und Wasser geschützt ist.

Die Abkürzung IP steht für „Ingress Protection“. Die beiden folgenden Ziffern haben unterschiedliche Bedeutungen. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite Ziffer gibt an, wie widerstandsfähig das Gerät gegenüber Wasser ist.

Ein Hörgerät mit der Kennzeichnung IP68 verfügt somit über einen sehr hohen Schutz gegen Staub und wurde zusätzlich auf seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Wasser geprüft. Die Zahl 6 steht dabei für einen besonders hohen Staubschutz. Die Zahl 8 weist darauf hin, dass das Gerät unter festgelegten Prüfbedingungen auch einem längeren Eintauchen standhalten kann.

Welche Bedingungen dabei genau gelten, kann sich jedoch je nach Produkt und Hersteller unterscheiden. Deshalb bedeutet IP68 nicht automatisch, dass Sie mit jedem entsprechend gekennzeichneten Hörgerät bedenkenlos schwimmen können.

Die IP Klassifizierung zeigt vielmehr, wie widerstandsfähig ein Hörgerät unter definierten Bedingungen ist. Für den Alltag sollten Sie deshalb immer auch die konkreten Hinweise des Herstellers beachten.

Kann ich Hörgeräte bei Regen tragen?

Ein normaler Regenschauer ist für viele moderne Hörgeräte in der Regel kein Problem. Wenn Sie unterwegs plötzlich vom Regen überrascht werden, müssen Sie Ihre Hörgeräte deshalb meist nicht sofort herausnehmen. Viele aktuelle Modelle sind so konstruiert, dass sie mit solchen alltäglichen Situationen gut umgehen können.

Trotzdem sollten Sie Ihre Hörgeräte nicht unnötig starkem Wasser aussetzen. Bei kräftigem Regen können eine Kapuze, ein Regenschirm oder eine andere Kopfbedeckung zusätzlichen Schutz bieten.

Sind Ihre Hörgeräte deutlich nass geworden, wischen Sie sie anschließend vorsichtig mit einem weichen, trockenen Tuch ab. Je nach Gerät kann es außerdem sinnvoll sein, ein geeignetes Trocknungssystem zu verwenden.

Darf man mit Hörgeräten duschen?

Mit herkömmlichen Hörgeräten sollten Sie in der Regel nicht duschen. Beim Duschen wirken mehrere Belastungen gleichzeitig auf das Hörgerät ein.

Wasser kann direkt auf das Gerät treffen, hinzu kommen Wasserdampf, Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Auch Shampoo, Seife, Duschgel und andere Pflegeprodukte können empfindliche Bereiche wie Dichtungen oder Mikrofonöffnungen belasten.

Selbst eine hohe IP Schutzklasse bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Hörgerät zum Duschen geeignet ist. Entscheidend sind immer die konkreten Angaben des Herstellers. Nur wenn die Nutzung beim Duschen ausdrücklich vorgesehen ist, kann davon abgewichen werden.

Am besten machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihre Hörgeräte vor dem Duschen herauszunehmen und an einem sicheren, trockenen Ort aufzubewahren.

Kann man mit Hörgeräten schwimmen?

Bei den meisten Hörgeräten lautet die Antwort: Nein. Vor dem Schwimmen im Pool, See oder Meer sollten Sie Ihre Hörgeräte normalerweise herausnehmen. Auch eine hohe IP Schutzklasse bedeutet nicht automatisch, dass ein Hörsystem für regelmäßiges Schwimmen geeignet ist.

Beim Schwimmen wirken mehrere Belastungen auf das Hörgerät ein. Chlorhaltiges Wasser kann Materialien und Oberflächen stärker beanspruchen als normales Leitungswasser. Meerwasser ist ebenfalls problematisch, da Salz nach dem Trocknen Rückstände hinterlassen kann, die empfindliche Bauteile und Kontakte beeinträchtigen.

Hinzu kommt der Wasserdruck. Mit zunehmender Tiefe steigt der Druck auf das Gehäuse, während die jeweilige Schutzklasse nur für bestimmte Prüfbedingungen gilt. Auch Wasserströmungen und die ständige Bewegung beim Schwimmen stellen eine andere Belastung dar als ein statischer Test unter kontrollierten Bedingungen.

Wenn Sie regelmäßig schwimmen und dabei auf Hörunterstützung angewiesen sind, ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Je nach Bedarf können spezielle wasserresistente Lösungen oder alternative Möglichkeiten der Kommunikation infrage kommen.

Was passiert, wenn ein Hörgerät nass geworden ist?

Trockengerät für Hörgeräte
KI-generierte Darstellung

Ist Ihr Hörgerät nass geworden, bedeutet das nicht automatisch, dass es beschädigt ist. Gerade moderne Hörgeräte können einen kurzen Kontakt mit Feuchtigkeit häufig gut verkraften. Entscheidend ist, wie viel Wasser an das Gerät gelangt ist und wie lange es der Feuchtigkeit ausgesetzt war.

Sind lediglich einige Regentropfen auf das Gehäuse gekommen, reicht es meist aus, das Hörgerät vorsichtig mit einem weichen, trockenen Tuch abzuwischen. Ist das Gerät dagegen vollständig ins Wasser gefallen, sollten Sie einige weitere Maßnahmen beachten.

1. Hörgerät aus dem Wasser nehmen

Nehmen Sie das Hörgerät möglichst schnell aus dem Wasser. Je kürzer der Kontakt mit Wasser ist, desto besser.

2. Hörgerät ausschalten

Wenn sich Ihr Hörgerät ausschalten lässt, schalten Sie es aus. Bei Geräten mit wechselbaren Batterien sollte die Batterie herausgenommen und das Batteriefach geöffnet werden, sofern dies problemlos möglich ist.

3. Oberfläche vorsichtig trocknen

Trocknen Sie das Hörgerät behutsam mit einem weichen, trockenen Tuch ab. Vermeiden Sie dabei starkes Reiben an Mikrofonöffnungen und anderen empfindlichen Bereichen.

4. Keine Hitze verwenden

Versuchen Sie nicht, das Hörgerät mit starker Wärme zu trocknen. Eine Heizung, ein Backofen, eine Mikrowelle oder ein heißer Föhn sind dafür ungeeignet. Hohe Temperaturen können elektronische Bauteile, Gehäuseteile, Klebstoffe und Dichtungen beschädigen.

5. Geeignetes Trocknungssystem nutzen

Je nach Hörgerät kann eine Trockenbox oder ein anderes geeignetes Trocknungssystem sinnvoll sein. Ihr Hörakustiker kann Ihnen sagen, welche Lösung für Ihr Hörsystem geeignet ist.

6. Hörgerät überprüfen lassen

Hat das Hörgerät längere Zeit im Wasser gelegen, klingt es anschließend ungewöhnlich oder funktioniert es nicht mehr richtig, sollte es von einem Hörakustiker überprüft werden. Besonders nach Kontakt mit Salz oder Chlorwasser ist eine professionelle Kontrolle empfehlenswert.

Bei audiowell prüfen wir gerne, ob Ihr Hörgerät weiterhin einwandfrei funktioniert.

FAQ

Schweiß gehört zu den häufigsten Ursachen dafür, dass Hörgeräte mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Das betrifft nicht nur Menschen, die intensiv Sport treiben. Auch an warmen Sommertagen kann sich hinter dem Ohr deutlich Feuchtigkeit bilden. Schweiß besteht nicht nur aus Wasser, sondern enthält unter anderem Salze. Diese können elektronische Kontakte und Materialien bei häufiger oder längerer Einwirkung zusätzlich beanspruchen. Wenn Sie viel Sport treiben oder stärker schwitzen, sollten Sie deshalb besonders auf die Pflege Ihrer Hörgeräte achten. Nach dem Training können Sie die Geräte vorsichtig mit einem geeigneten Tuch reinigen und anschließend trocknen lassen. Wichtig ist außerdem, dass Mikrofone, Filter und Öffnungen frei bleiben.
Im Sommer wirken häufig mehrere Belastungen gleichzeitig auf Hörgeräte ein. Dazu gehören Hitze, Schweiß, Sonnencreme, Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Nehmen Sie Ihre Hörgeräte vor dem Schwimmen heraus und bewahren Sie sie nicht ungeschützt in der Sonne auf. Auch ein stark aufgeheiztes Auto ist kein geeigneter Aufbewahrungsort. Sonnencreme sollten Sie möglichst auftragen, bevor Sie Ihre Hörgeräte einsetzen. Lassen Sie die Creme im Bereich der Ohren gut einziehen. Nach sportlichen Aktivitäten empfiehlt es sich, Schweiß vorsichtig von den Geräten abzuwischen. Bei Bedarf kann außerdem die regelmäßige Nutzung einer geeigneten Trockenbox sinnvoll sein.
Ein Urlaub am Meer stellt Hörgeräte vor besondere Herausforderungen. Neben Wasser können auch Sand, Salz, Hitze und Sonnencreme die Geräte belasten. Wenn Sie Ihre Hörgeräte am Strand herausnehmen, sollten Sie sie nicht lose in einem Handtuch oder einer Tasche aufbewahren. Sand kann schnell in Mikrofonöffnungen und andere kleine Bereiche gelangen. Eine feste und saubere Aufbewahrungsbox bietet hier mehr Schutz. Bewahren Sie die Box möglichst trocken und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt auf. Nach einem Tag am Meer kann es sinnvoll sein, das Gehäuse vorsichtig zu reinigen. Salzwasser sollte möglichst nicht an das Hörgerät gelangen. Ist dies dennoch passiert, kann je nach Stärke des Kontakts eine Kontrolle durch den Hörakustiker empfehlenswert sein.
Sauna und Dampfbad sind für Hörgeräte in der Regel keine geeignete Umgebung. Auch ohne direkten Wasserkontakt können hohe Temperaturen und eine starke Luftfeuchtigkeit die Geräte belasten. Im Dampfbad kommt eine besonders hohe Feuchtigkeitskonzentration hinzu. Nehmen Sie Ihre Hörgeräte deshalb vor dem Besuch einer Sauna oder eines Dampfbads heraus und bewahren Sie sie sicher außerhalb der heißen und feuchten Umgebung auf.
Nehmen Sie das Hörgerät möglichst schnell aus dem Wasser und schalten Sie es aus, sofern dies möglich ist. Trocknen Sie die Oberfläche vorsichtig mit einem weichen, trockenen Tuch und verwenden Sie bei Bedarf ein geeignetes Trocknungssystem. War das Hörgerät stärker oder länger mit Wasser in Kontakt, sollte es von einem Hörakustiker kontrolliert werden.
Nein. Heiße Luft kann empfindliche elektronische Bauteile, Kunststoffe und Dichtungen beschädigen. Ein heißer Föhn ist deshalb nicht zum Trocknen von Hörgeräten geeignet.
Eine Trockenbox kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Sie stark schwitzen, Ihre Hörgeräte viele Stunden täglich tragen oder häufig einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind. Welche Art der Trocknung zu Ihrem Hörgerät passt, hängt vom jeweiligen Modell ab. Bei audiowell beraten wir Sie gerne dazu, welche Lösung für Ihre Hörgeräte geeignet ist.

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